Ein Postfachwechsel wirkt riskant – zu Recht, wenn die Reihenfolge nicht stimmt. Mit der richtigen Vorbereitung merken weder Sie noch Ihre Kunden etwas davon.
Warum überhaupt umziehen?
Postfächer sind zu klein und werden ständig voll.
Auf Handy, Tablet und Rechner ist nicht derselbe Stand vorhanden.
Kein gemeinsames Postfach für Info- oder Buchhaltungsadressen.
Nachrichten landen bei Empfängern im Spam-Ordner.
Der Anbieter bietet keine Zwei-Faktor-Anmeldung.
Vorbereitung: was vorher geklärt sein muss
Der letzte Punkt wird am häufigsten vergessen und ist die Hauptursache dafür, dass nach einem Umzug Rechnungen oder Bestellbestätigungen nicht mehr ankommen.
Vollständige Liste aller Adressen, auch Weiterleitungen und Verteiler.
Zugang zur Domainverwaltung – ohne ihn geht die Umstellung nicht.
Wo liegen die Daten heute: nur auf dem Rechner oder auf dem Server?
Welche Geräte und Programme greifen zu?
Wer verschickt in Ihrem Namen, etwa Shop, Buchhaltung oder Newsletter?
Die richtige Reihenfolge
Zwischen Schritt 4 und 6 laufen alte und neue Umgebung parallel. Genau dieser Puffer verhindert, dass in der Übergangszeit Nachrichten ins Leere gehen.
1. Neue Postfächer beim neuen Anbieter anlegen – die alten laufen weiter.
2. Bestehende Nachrichten und Ordnerstruktur kopieren, nicht verschieben.
3. Kurz vor der Umstellung eine zweite, abgleichende Kopie ziehen.
4. Erst jetzt die Domain-Einträge auf den neuen Anbieter umstellen.
5. Geräte und Programme auf die neuen Zugangsdaten umstellen.
6. Ein bis zwei Wochen später das alte Postfach abschalten.
DNS-Einträge, die stimmen müssen
Fehlen SPF, DKIM und DMARC oder sind sie unvollständig, landen Ihre Nachrichten bei vielen Empfängern im Spam. Beim Umzug ist das der beste Zeitpunkt, diese Einträge sauber zu setzen.
Eintrag
Zweck
MX
Legt fest, welcher Server Ihre Post annimmt
SPF
Nennt die Server, die in Ihrem Namen senden dürfen
DKIM
Signiert ausgehende Nachrichten fälschungssicher
DMARC
Regelt, wie Empfänger mit auffälliger Post umgehen
Autodiscover
Erleichtert die automatische Einrichtung in Outlook
Häufige Fehler
Zuerst die Domain umstellen und danach erst die Daten kopieren.
Alte Postfächer sofort löschen – Rückholen ist dann unmöglich.
Nur das Hauptpostfach umziehen und Weiterleitungen vergessen.
Absender wie Shop oder Buchhaltung nicht in SPF eintragen.
Umstellung auf einen Freitagnachmittag legen.
Wie lange dauert das?
Für fünf bis zehn Postfächer sind ein bis zwei Arbeitstage realistisch, verteilt über eine Woche, damit der Betrieb weiterläuft. Das Kopieren großer Archive läuft im Hintergrund und stört den Alltag nicht. Die eigentliche Umstellung dauert nur Minuten, greift aber je nach Anbieter über einige Stunden.
FAQ
Häufige Fragen
Gehen beim Umzug E-Mails verloren?
Bei richtiger Reihenfolge nicht. Alte und neue Umgebung laufen eine Zeit lang parallel, sodass nichts ins Leere geht.
Bleibt meine E-Mail-Adresse gleich?
Ja. Umgezogen wird der Anbieter, nicht die Adresse – Ihre Domain und alle Adressen bleiben bestehen.
Werden auch alte Ordner übernommen?
Ja, Ordnerstruktur, Kalender und Kontakte lassen sich in aller Regel mitnehmen.
Kann ich das selbst machen?
Bei einem einzelnen Postfach ja. Ab mehreren Nutzern, Verteilern und externen Absendern wird es schnell fehleranfällig.
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Anfang der Woche am Vormittag – dann bleibt Zeit, eventuelle Nachbesserungen noch am selben Tag zu erledigen.
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