Ratgeber

    Windows-Support-Ende: was Betriebe jetzt tun sollten

    Endet der Support für ein Betriebssystem, bleiben die Rechner zwar nutzbar, erhalten aber keine Sicherheitsupdates mehr. Für Betriebe ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein handfestes Risiko – auch rechtlich.

    Was „Support-Ende“ konkret bedeutet

    Die Geräte laufen weiter. Neu entdeckte Sicherheitslücken werden aber nicht mehr geschlossen. Da solche Lücken regelmäßig bekannt werden, wächst das Risiko mit jedem Monat – und Angreifer suchen gezielt nach genau diesen Systemen.

    Nach und nach stellen auch Hersteller von Fachsoftware, Virenschutz und Treibern die Unterstützung ein. Irgendwann lässt sich ein Programm nicht mehr aktualisieren, obwohl der Rechner selbst noch tadellos arbeitet.

    Warum das auch rechtlich zählt

    Wer personenbezogene Daten verarbeitet, muss dem Stand der Technik entsprechende Schutzmaßnahmen treffen. Ein Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates erfüllt das nicht. Kommt es zu einem Datenabfluss, ist das bei der Bewertung durch die Aufsichtsbehörde ein deutlich erschwerender Umstand.

    Auch Cyber-Versicherungen fragen den Update-Stand ab und kürzen im Schadensfall.

    Ihre Optionen

    WegWann sinnvollKosten
    Auf neue Version aktualisierenHardware ist kompatibel und noch leistungsfähignur Arbeitsaufwand
    Neue Geräte anschaffenRechner älter als fünf Jahre oder nicht kompatibelHardware plus Einrichtung
    Verlängerte Sicherheitsupdates kaufenÜberbrückung, wenn Fachsoftware noch nicht bereit istjährlich, steigend
    Alternatives Betriebssystemeinfache Arbeitsplätze ohne Windows-Fachsoftwaregering, Umgewöhnung nötig

    Bestandsaufnahme zuerst

    Diese Liste beantwortet fast immer schon, welcher Weg der richtige ist. Häufig ist es eine Mischung: Ein Teil der Geräte wird aktualisiert, ein Teil ersetzt.

    • Welche Geräte sind betroffen und wie alt sind sie?
    • Erfüllen sie die Anforderungen der neuen Version?
    • Welche Fachsoftware läuft darauf und ist sie freigegeben?
    • Hängen Spezialgeräte daran, etwa Kassen, Waagen oder Maschinen?
    • Wo liegen die Daten und wie kommen sie auf das neue Gerät?

    So läuft der Umstieg ohne Ausfall

    Neue Geräte werden vorbereitet, bevor sie den Arbeitsplatz erreichen: Betriebssystem, Programme, Zugänge und Daten sind eingerichtet, wenn das Gerät aufgestellt wird. Der Tausch dauert dann pro Arbeitsplatz meist unter einer Stunde.

    Alte Geräte bleiben eine Zeit lang zugriffsbereit stehen, falls doch etwas fehlt. Erst danach werden die Datenträger sicher gelöscht und die Geräte verwertet – auf Wunsch mit Nachweis.

    Gelegenheit für Aufräumarbeiten

    Ein Gerätewechsel ist der beste Zeitpunkt, um Altlasten loszuwerden: nicht mehr genutzte Programme, verwaiste Benutzerkonten, unklare Berechtigungen und eine Datensicherung, die niemand geprüft hat. Der Mehraufwand ist gering, der Nutzen hält Jahre.

    FAQ

    Häufige Fragen

    Kann ich meinen Rechner einfach weiter nutzen?

    Technisch ja, verantwortbar nur kurzfristig. Ohne Sicherheitsupdates steigt das Risiko stetig, und im Schadensfall wird das Ihnen zugerechnet.

    Läuft meine Fachsoftware nach dem Umstieg?

    In den meisten Fällen ja. Vor dem Wechsel prüfe ich die Freigaben des Herstellers, damit es keine Überraschung gibt.

    Was kostet ein neuer Arbeitsplatz?

    Für ein solides Bürogerät sind je nach Anforderung 600 bis 1.200 € realistisch, dazu die Einrichtung. Bei mehreren Geräten wird das als Festpreis kalkuliert.

    Was passiert mit den alten Geräten?

    Datenträger werden sicher gelöscht, die Geräte fachgerecht verwertet oder – wenn sie noch taugen – als Reserve behalten.

    Wie lange dauert die Umstellung im Betrieb?

    Pro Arbeitsplatz meist unter einer Stunde, weil die Geräte vorbereitet geliefert werden. Zehn Plätze schafft man verteilt über wenige Tage.

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